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Die Legende der Jahreszeiten
#1
Die Legenden der Mark

Die 4 Geschwister des Jahres
Der Winter

Es war in grauer Vorzeit, bevor das Geschlecht der Menschen sich unter einem Banner vereinte, da gab es ein kleines Mädchen, ein aufgewecktes kleines Ding, das nichts so sehr liebte wie das Rennen, Laufen und Spielen.
Sie konnte den ganzen Tag spielen und abends, wenn die Sonne hinter den Bergen versank, müde aber glücklich zu Bett. Sie spielte mit ihrer Mutter, mir ihren Freunden und dem kleinen Vargen namens Hiems.
Es war eine glückliche Zeit und die ewige Wärme war ein Segen für das kleine Herz.
Doch wie der Lauf der Dinge so ist, war das Glück des Mädchens nicht für immer. Als es älter wurde, musste es immer mehr Aufgaben im Haus erledigen. Die Mutter wurde krank und konnte dem Vater nicht auf den Feldern helfen.
Der Vater wollte nicht, dass seine kleine Tochter auf den Feldern arbeitete, es gab genug im Haus zu tun. Das Mädchen war fleißig und rasch bei der Arbeit, versorgte die Mutter und bereitete das Essen für den Vater zu, nie musste er mit ihr schimpfen.
Doch vermisste sie es zu spielen, zu toben und das Gras zwischen ihren Zehen zu spüren und dem Wind, der durch ihr Ebenholz-schwarzes Haar fuhr. So fragte sie eines Abends. "Vater, hast du morgen Zeit mit mir zu spielen?"
Der Vater sah von seinem Essen auf. "Nein, liebe Tochter, ich muss morgen wieder hinaus aufs Feld."
Getrübt, doch nicht entmutig fragte sie viele Tage später noch einmal. "Vater, hast du morgen Zeit mit mir zu spielen?"
Wieder war die Antwort: "Nein, liebe Tochter, ich muss morgen hinaus aufs Feld."
Viele Jahre ging es so, oft stellte das Mädchen die Frage, immer bekam es die gleiche Antwort.
Die Mutter starb, selbst zu diesem traurigen Anlass konnte der Vater seine Arbeit auf den Feldern nicht ruhen lassen.

Das Herz des Mädchens war schwer, schwer wiegte der Verlust der Mutter. Doch noch schwerer war es, nicht mit ihrem Vater spielen zu können. Sie sehnte sich nach der Zeit zurück, wo sie spielen konnte.
Und so begab es sich, dass das Mädchen eines Abends an die Ahnen wandte. "Ahnen, ihr großen, alten Hüter. Bitte, schenkt meinem Vater eine Zeit, in der er mit mir spielen kann. Bald bin ich keine Jungfer mehr und muss dieses Haus verlassen
schenkt mir noch ein paar Monde Zeit."
Die Ahnen erhörten ihre Bitte und am nächsten Tag begannen kleine weiße Sterne zu fallen. so etwas hatte das Dorf noch nie erlebt. Doch der Vater ging hinaus auf die Felder.
Tag und Tag kamen die weißen Flocken hinab, Tag um Tag ging der Vater auf die Felder. Er um sie umzugraben, dann um den gefrorenen Boden aufzubrechen und schließlich um den Schnee von seinen Feldern zu schaffen.
"Vater, es wächst doch nichts, wieso gehst du auf die Felder?" fragte das Mädchen, das Herz voller Verzweiflung und Trauer. "Bitte... die Ahnen wollen das du dir Zeit nimmst, bitte!"
Doch der Vater wollte nicht hören. "Nein, liebe Tochter, ich muss mich um die Felder kümmern."
Und so verging die Zeit, der Vater schippte den Schnee Tag um Tag von seinen Feldern. Und so kam der Tag der Tage, das Mädchen wurde zu einer Frau. Doch selbst am Tage ihrer Hochzeit, war der Vater auf den Feldern.
Nur mit ihrem Brautkleid an, begab sie sich auf das Feld. "Vater, ich heirate heute. Bitte, nimm dir die Zeit, spiele noch einmal mit mir, bevor ich zu einer Frau werde."
"Nein, liebe Tochter, ich muss mich um die Felder kümmern", war die Antwort des Vaters.
Selbst an ihrem letzten Tag als Mädchen, wollte der Vater nicht mit ihr spielen. Das Herz, schwer in ihrer Brust zerbrach. Sie lief davon, während sie Träne um Träne vergoss, fiel immer mehr und mehr Schnee.
Kein Trost konnte ihr armes Herz wieder heilen, es war gebrochen. Sie floh in den Wald, voller Trauer versteckte sie sich und weinte und weinte. Als keine Tränen mehr kamen, erinnerte sie sich an ein altes Lied, ein Kinderlied das ihre Mutter immer sang.
"Freudiges Herz, spielen mögest du für immer.", sie begann zu singen, sie sang das alte Lied und ein mächtiger Sturm aus Schnee brach über das Dorf hinein, begrub alle, auch den Vater und die verhassten Felder unter einer Decke aus weiß.
Niemand war mehr da, keiner der je mit ihr spielen würde.
Mit den letzten Noten des Liedes, schloss sie ihre Augen.
Fiona schloss ihre Augen ein letztes Mal und ihr letzter Gedanke war bei ihrem Vater.

Seit dieser Zeit, immer wenn es kälter wird, der Schnee zu fallen beginnt und die Tage düster werden, beginnt die Zeit der Fiona.
Ein Mahnung für uns die Arbeit ruhen zu lassen und sich der Familie zu widmen.
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